China feiert das Jahr des Gelben Hundes

Ohne Aberglauben geht es auch in China nicht. Böller und Raketen zum Neujahr sollen – wie bei uns – böse Geister vertreiben. Da schmerzt es viele Chinesen schon, wenn wie in Teilen von Peking und anderen Großstädten jetzt geschehen, Feuerwerk wegen Luftverschmutzung und Feuergefahr verboten wurde.

ALLEN LESERN MEINES BLOGS WÜNSCHE ICH ALLES GUTE, GESUNDHEIT UND GLÜCK IM NEUEN CHINESISCHEN JAHR, DEM  JAHR DES HUNDES.  (Bild: tsoilanc1, CC BY-ND 2.0)

Das ändert aber nichts daran, dass das Neujahrs- oder auch Frühlingsfest das wichtigste chinesische Familienfest bleibt. Der Termin richtet sich nach dem traditionellen chinesischen Kalender und fällt auf ein Datum zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. 2018 war dies der 16. Februar, der Beginn des Jahres des Hundes. Der Hund ist eines von zwölf chinesischen Tierzeichen. Er gilt auch im Reich der Mitte als treu, zuverlässig, aufrichtig und selbstlos. Diese Eigenschaften deuten nach dem chinesischen Horoskop erst einmal auf Sicherheit und Stabilität im  neuen Jahr hin. 

Im laufenden Jahr ist der Hund nach der chinesischen Fünf-Elemente-Lehre allerdings mit dem Element Erde verbunden. Daher spricht man vom Erdhund beziehungsweise Gelben Hund oder Braunen Hund. Im Chinesischen steht Erdhund zudem für Straßenköter. Axel Dorloff aus dem ARD-Studio Peking zitiert einen Feng-Shui-Meister mit den Worten, es kämen harte Auseinandersetzungen auf die Welt zu, weil die Menschen im Jahr des Erdhundes wenig kompromissbereit seien. 

Lillian Pearl Bridges, Gründerin des Lotus Institute, zeigt sich gelassener. Die Daoismus-Expertin betont, dass das aktuelle Jahr des Hundes mit dem Element Erde verbunden ist und zusätzlich ein Yang-Erdjahr ist. Da beide Elemente harmonierten, werde das laufende Jahr – nach den zwei feurigen Jahren des Hahns und des Affen – wohl ruhiger ausfallen und vielleicht manchmal sogar langweilig erscheinen. „Das Leben sollte leichter und entspannter werden.“

Eine Stimme für „underdogs“

Gleichwohl könne es angesichts der „doppelten“ Erdelemente Naturkatastrophen wie Erdbeben geben und auch zu „sozialen oder kulturellen Erdbeben“ kommen, sprich zu großen politischen und wirtschaftlichen Änderungen. Für letztere könnten Wahlen, Regierungen oder Parlamente sorgen. Der Hund gelte schließlich auch als ein Symbol für das Festhalten am Bewährten. Das Zeichen stehe zudem für Schutz und Verteidigung. Angriffe eines Landes auf ein anderes wären daher unklug. Neue Kriege werde es dieses Jahr wahrscheinlich nicht geben.

Zu den weiteren Themen des Jahres des Hundes zählt Lillian Pearl Bridges Großzügigkeit und Mitgefühl. Dies werde vielen leidenden Menschen wie Flüchtlingen, Armen und Obdachlosen Hoffnung geben. „Die ‚underdogs‘ der Welt werden endlich mehr Hilfe bekommen und eine Stimme erhalten.“

Ein Tipp zum Schluss von der Medizinischen Gesellschaft für Qigong Yangsheng: Klassische Hundemotive in der Kunst kann man sich bei einem virtuellen Rundgang durch chinesische Museen anschauen.